Neulich im Club oder wie Shades of Grey die Sichtweise veränderte

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Vorweg, ich habe die Buchreihe „Shades of grey“ nicht gelesen, noch nicht.

Samstag Abend, es war mal wieder Zeit ins Haus Sandersfeld zu fahren und wieder zu spielen.

Ja, bei uns heissen SM-Sessions Spiele. Man schlüpft in seine bevorzugte Rolle, in bestimmte Kleidung (mal mehr, mal weniger) und nutzt spezielle Spielgeräte.

Es ist ein Rollenspiel für Erwachsene.

Als meine Frau auf dem hölzernen Pferd von mir platziert wird, trägt sie nur eine venezianische Maske und ich kleide sie in Seile.
Immer mehr Zuschauer versammeln sich in gebührenden Abstand und verfolgen unser Spiel.
Und nun fällt mir der Unterschied zum letzten Besuch auf.
Anstatt erschreckt zurück zu weichen und blöder Kommentare sind es besonders die Frauen, welche meine Frau sehr interessiert beobachten und jede noch so kleine ihrer Reaktionen auf meine schmerzvolle und doch liebevolle Behandlung wahrnehmen.
Sonst waren es immer Kommentare wie „o mein Gott, der schlägt seine Partnerin, die Ärmste“ und ähnliche, die uns recht schnell die Lust am Spiel versauten.
Doch diesmal war alles anders. Sie schienen endlich zu verstehen.
Schienen meine Frau regelrecht zu beneiden, würden es gern selbst erleben.
Sollte eine Erotik-Roman Reihe das geschafft haben, was tausende SMler nicht geschafft haben?
Ist SM endlich als sexuelle Spielart in den Köpfen derer angelangt, die es sonst als pervers und abstossend empfanden?

Ich werde mal einige der Bücher lesen und bin gespannt ob es wirklich Verständnis ist, oder einfach nur zum „Trend“ wird.

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Waaas? Du machst SM? Das ist ja pervers!

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-dramatisierte Darstellung eines SM-Pärchens-

So und ähnlich sind die meisten Reaktionen im Freundes- und Bekanntenkreis, wenn man zu seinen sexuellen Vorlieben steht.

Gegenfrage: Was ist pervers?
Ist der Typ, der gerne Frauenkleidung trägt pervers?
Ist das Mädchen von nebenan pervers, weil sie auf Männer steht, die ihr Vater sein könnten?
Ist der Arbeitskollege pervers, weil er homosexuell ist?

Nein.
Nur weil viele immer noch nicht die Sexualität anderer akzeptieren wollen, nur weil immer noch soviel Engstirningkeit existiert, sind Menschen die von der „Norm“ in den Köpfen anderer abweichen gleich pervers. Dabei ist gerade der BDSM Bereich viel „alltäglicher“ als die meisten denken. Es beginnt schon beim harmlosen Klapps auf den Po, beim Augenverbinden im heimischen Schlafzimmer, beim Knabbern an den Nippeln. BDSM ist ein sehr weitläufiger Fetisch und sicherlich nichts für jedermann. Hier alle Facetten aufzuführen, würde den Rahmen eindeutig sprengen. Sehr empfehlenswert zum Thema ist das Taschenbuch „Die Wahl der Qual“ von Katrin Lässig und Ira Stürbel, erschienen im RoRoRo Verlag.
ISBN: 3-499-60944-4

Anstatt Menschen zu verurteilen, weil sie eben diesen Fetisch ausleben, einfach mal nachfragen. Gerade SMler sind gerne bereit, Vorurteile durch Aufklärung aus der Welt zu schaffen.